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Formular Bonitur

 

Einführung zu den Boniturtabellen



Eines der wesentlichen Ziele des BMELV-Modellvorhabens ist die Erarbeitung von Boniturtabellen und die Entwicklung einer Tabellenstruktur für die elektronische Erfassung der Merkmale von Wild- und Kulturrosen.

Die in Sangerhausen entwickelten Vorgaben umfassen jeweils eine Seite A4. Sie sind in ständiger Absprache zwischen dem Projektleiter, den mit der praktischen Arbeit betrauten Assistenten und dem Datenbank-Programmierer in den Jahren 2005 – 2007 entwickelt, den praktischen Erfordernissen angepaßt und dabei ständig verfeinert worden. Aus der Farbgebung läßt sich die Entstehung zurückverfolgen und die Zuordnung zu den gegenwärtig verwendeten Formularen der Datenbank wie auch zu den Spalten des elektronischen Erfassungssystems (Excel-Tabellen) erkennen. Es sei ausdrücklich darauf hingwiesen, daß dieser Prozeß nicht abgeschlossen ist, sondern daß vielmehr innerhalb des Genbank-Netzwerkes ein weiterer Ausbau des Systems und eine Wichtung der Merkmale erfolgen soll. Wünschenswert ist ferner, daß die in Sangerhausen modellartig an veredelten Pflanzen durchgeführten Bonituren künftig an wurzelechten oder wenigstens auf einheitlicher Unterlage stehenden Pflanzen vorgenommen werden. Das betrifft vor allem die bereits angelegten und die vorgesehenen Vergleichsanbauten, von denen die exaktesten Bonitur-Daten zu erwarten sind.


Bonitiert wird jährlich in mindestens zwei Durchgängen, einmal während der Blüte und einmal zur Reife der Hagebutten. An beiden Terminen wird gleichzeitig Herbar zur Anlage der Referenzsammlung in Sangerhausen genommen, soweit dies nicht bereits erfolgt ist. Bei einer Fotodokumentation sollten mit Tageslicht durchgeführte Laboraufnahmen lufttrockener Pflanzenteile vor einem schwarzen Samt-Hintergrund Standard sein. Einheitlicher Maßstab, Sortimentsnummer und ggf. Art- und Sortenname sowie Angaben zum Fund- bzw. Standort gehören ebenso zu jeder Aufnahme wie der Name des Bildautors. Wegen der im Bestand wohl jedes Rosengartens durchzuführenden Schnittarbeiten sind die Angaben zu Fruchtansatz und Fertilität bei den Kulturrosen noch besonders lückig. Ihnen ist künftig mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Bonitiert wird von einem Team, mindestens bestehend aus einer im Umgang mit den Tabellen und mit der Erhebung von Merkmalen erfahrenen Assistentin und einer Hilfskraft. Es ist wichtig, daß immer die gleichen eingearbeiteten Personen die Bonituren durchführen, damit gewisse Standards bei der Erfassung eingehalten werden und der subjektive Einfluß so gering wie möglich gehalten wird. Die Einrichtung von Schulungen zur Durchführung der Bonituren ist vorgesehen.

Wenn andere Rosengärten innerhalb des Genbank-Netzwerkes die Boniturbögen nutzen und ihre Daten in das Genbank-Netzwerk einspeisen möchten, ist es unerläßlich, daß Mitarbeiter der betreffenden Einrichtungen zuvor an mindestens einer Frühjahrs- und Herbstschulung in Sangerhausen teilgenommen haben. Zur Erhebung standardisierter Boniturwerte gibt es kein allgemein anwendbares Bonitursystem, das ohne vorherige exakte Einarbeitung und genaue Erklärungen übernommen werden könnte.

Sangerhausen im August 2007