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Höchst erfreulich, dass es gelungen ist, nach langwierigen Verhandlungen dem Europarosarium Sangerhausen als Lebendsammlung den Rang einer Genbank zur Erhaltung der Agrobiodiversität des Genus Rosa zu verleihen. Trotzdem müssen da doch Zwiespältigkeiten und Fragwürdigkeiten angesprochen werden, die in der ZEIT am 23.7 unter dem Titel ‚Retter der Rosen’ zu finden sind.
Vor allem den Aussagen des Gartenbauwissenschaftlers und Stiftungsbeirats Jürgen Grunewaldt ist aus meiner Sicht zu widersprechen. Dass historische Rosen krank seien – diese Behauptung sollte man auch Interessensvertreter der heutigen Rosenzüchter nicht so einfach durchgehen lassen.
Und dass eben diese historischen Rosen für die heutige Züchtung wertlos seien ebenso wenig! Eine der gegenwärtig meistbeachteten neuen Rosen, die zur Zeit ‚blaueste Rose’ ‚Rhapsodie in Blue’ stammt etwa in 2. Generation unter anderem von einer dieser historischen Rosen nämlich der Rosa gallica violacea ab, seit Ende des 18.JH auch unter dem beeindruckenden Namen La Belle Sultane bekannt.
Mögen diese Einwände vielleicht dem Laien als Kleinigkeiten erscheinen, so sollten bei dem Satz „…mit Wirtschaftlichkeit hat das nichts zu tun“ dann aber die Alarmglocken läuten. Ist es doch genau der Mangel an wirtschaftlicher Verwertbarkeit, der die Artenvielfalt bedroht. Und genau deshalb wurde ja die Sammlung des Europarosarium Sangerhausen in den Rang einer Genbank gehoben!
Es ist also Hr.Grunewaldt nicht nur in fachlicher Hinsicht zu widersprechen, es ist auch die Frage zu stellen, ob er seiner Verantwortung als Stiftungsbeirat nachkommt, wenn er solche Aussagen tätigt.


Erich UNMUTH
Ketzergasse 348
1230 Wien
Österreich